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2516 days ago | bytebaby |
Wir Babys haben es nicht leicht. Kaum entwöhnt der Brust entnervter bis liebestrunkener Mütter, müssen wir am Übereifer stolzer Väter leiden und das Laufen auf krummen Beinen lernen. Manche lassen uns gar stehen auf diesen schrecklich hohen, schrecklich wackeligen Beinen und lachen uns aus.

Kaum sind wir auf der Welt, müssen wir an die Brust, und haben wir uns an sie gewöhnt, wird sie uns entzogen. Später dann der erste Zahn und wenn er nicht pünktlich kommt, ist was nicht in Ordnung, und wenn er kommt, verfluchen sie ihn alle, nein, nicht den Zahn, uns Babys, dass wir uns so anstellen müssen, echte Babys weinen nicht. Dazwischen, wenn sie satt sind und frei haben, verlangen sie uns Höflichkeiten ab, blöd grinsen, wenn Besuch da ist, auf gute Laune machen, damit die buckelige Verwandschaft den Stunk nicht riecht.

Nicht zu vergessen, die vielen kleinen Gefängnisse, in die sie uns stecken! Laufsitze und der Laufstall erst! Und wenn wir schreien, einfach die Tür zu. Am schlimmsten sind die, die unsere Kacke nicht leiden können, die sorgen dafür, dass wir sauber sind, bevor wir Mama sagen können. Nackt auf einen Topf gesetzt, obwohl wir absolut gar nicht müssen - als ob unsere Verdauung dem Gong der Tagesschau oder dem Sandmännchen folgen müsse -, flankiert mit penetraten Beschwörungen in einer unbekannten Sprache und ihre Vermutung, wir würden viel mehr verstehen als wir sprechen könnten, weshalb sie keinen Spaß verstehen, wenn wir noch ein letztes Mal in die Windel machen wollen.
Ständig werden wir mit Ansprüchen unzufriedener Eltern konfrontiert, die an Wahnvorstellungen leiden. Was bleibt uns anderes übrig, als ihnen extra die Ohren vollzuschreien, auf Kostüme und Nierentische zu kotzen und bockig Hosenscheisser zu bleiben, solange es nur geht. Schliesslich haben wir auch eine Würde.