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Presseerklärung vom 22.07.2002
aktion roma: Auch Minderheiten haben Rechte Ein Volk ohne Heimat und mit teilweise erschütternd leidvoller Vergangenheit möchte endlich Fuß fassen. In Frieden und menschenwürdig leben. Hier, mitten in Deutschland. Eine humanitäre Internet-Initiative möchte den Roma auf diesem fast aussichtslos erscheinenden Weg unterstützen. Als Ralph und Verena Segert das erste Mal von der drohenden Abschiebung der jugoslawischen Roma-Flüchtlinge und deren Protestaktion hörten, war der Entschluss schnell gefasst: "Diese fast schon rechtlosen Menschen brauchen Hilfe. Rein materielle Hilfe auf ihrem strapaziösen Protestzug. Vor allem aber auch Hilfe in der Auseinandersetzung mit verständnislosen Behörden sowie unmenschlichen Lücken und Grauzonen in der momentanen Flüchtlingsgesetzgebung." Die spontan ins Leben gerufene "aktion roma" soll wirksame Öffentlichkeitsarbeit für eine Gruppe Menschen schaffen, die bis jetzt keine Lobby haben. Seinen großen Bekanntheitsgrad im weltweiten Web hat sich Netzpionier Ralph Segert unter anderem mit dem Online-Magazin krit.de erarbeitet, das mittlerweile monatlich 12.000 Leserinnen und Leser verzeichnet. Mit enormem persönlichen Einsatz sammelte er in den letzten Monaten Spenden für das geschundene Volk in Afghanistan und rief vielen Menschen das erste Mal ins Bewusstsein, welche Leiden der internationale Kampf gegen den Terrorismus für die Vielvölker-Nation mit sich gebracht hat. Die neue aktion roma soll ebenfalls die vielfältigen Möglichkeiten des Internet nutzen, läuft aber unverständlicherweise nur schleppend an. Schon fragen sich die Initiatoren, ob unter http://krit.de/roma von den Websurfern zuviel verlangt wird: In einer Online- Unterschriftenliste kann seinen Eintrag hinterlassen, wer sich mit seinem Namen hinter die protestierenden Roma stellen möchte. Parallel wird um geeignete Sachspenden wie Grund- nahrungsmittel, Kleidung, Schuhe, Decken, Schlafsäcke und Zelte sowie um Geldspenden für die Roma gebeten. Bleibt die Frage, ob die Roma übertriebene politische Forderungen stellen, die niemand unterstützen mag. Tatsache ist, dass in Deutschland geborene und über Jahre in der Bundesrepublik aufgewachsene Kinder von bisher geduldeten Roma die Abschiebung nach Ex-Jugoslawien droht. Den Kindern, welche die deutsche Sprache gut beherrschen und die sich problemlos in die Gesellschaft integriert haben, droht die Zwangsumsiedlung in ein Ihnen völlig unbekanntes Land, in dem Normalität und sorgloses Leben noch lange Fremdworte sein werden. In ihrem verzweifelten Kampf um das Bleiberecht werden die Roma zwar von Organisationen wie Pro Asyl und zum Teil auch von den christlichen Kirchen unterstützt, ansonsten aber stehen sie allein auf weiter Flur. Die Politiker - zur Zeit mitten im Wahlkampf und bemüht, keine taktischen Fehler zu begehen - zeigen sich in Sachen Roma weitgehend desinteressiert bzw. reserviert. Von der PDS und einigen Bündnisgrünen abgesehen scheint man über Parteigrenzen hinweg weitgehend eine ähnliche Linie fahren zu wollen: Abwarten, wegschauen, zögern, die Verantwortung anderen zuweisen - so das momentane Motto bei vielen Volksvertretern. Eben diesen Fehler aber haben zu viele Deutsche im Dritten Reich bereits gemacht und in fataler Weise Schuld auf sich geladen. Wann ist der Zeitpunkt für aktive Wiedergutmachung gekommen, wenn nicht jetzt und heute? Das Aktionsteam um Ralph Segert ermuntert alle Interessierten herzlich, einmal die Protestkarawane der Roma in Düsseldorf zu besuchen und sich einen persönlichen Eindruck von der Lage der Menschen und Ihren Nöten zu machen. Materielle Hilfe und konstruktive Diskussionen hinsichtlich möglicher Lösungen sind bei den in diesen Tagen in Düsseldorf kampierenden Roma stets willkommen. Pressekontakt: Ralph Segert (V.i.S.d.P.) Mühlenkampstraße 16 45701 Herten Telefon: 0163 - 420 12 88 Die aktion roma im Internet: http://krit.de/roma |
reportage Rom heißt Mensch Fotoreportage über die Roma in Düsseldorf, 20 Bilder mit Zitaten.
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