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Presseerklärung vom 04.12.2002
Wir bleiben hier - Amen achas akate

Heute, am 4. Dezember 2002, haben wir Roma die Räume der Landesgeschäftsstelle der SPD besetzt.

Die Pressekonferenz findet um 14.00 Uhr in den Räumen statt.

Heute morgen um 9.00 Uhr wollte die Ausländerbehörde eine Razzia auf dem Protestcamp der Roma auf dem Stauffenplatz durchführen. Dank enormer Mobilisierung konnte dieses gestoppt werden.

Aufgrund der aktuellen Situation sowie einen Tag vor Beginn der Innenministerkonferenz möchten wir die SPD und ihre Jugendorganisation, JUSOS, an ihre soziale Verantwortung sowie an Ihre Versprechen gegenüber uns Roma erinnern.

Es waren namentlich Karin Kortmann, MdB, SPD, (Mitglied des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe), Michael Müller, MdB, SPD, sowie Rüdiger Veit (Mitglied des Innenausschusses) die uns Roma während des Bundestagswahlkampfesversprachen, sich für die Belange der Roma einzusetzen. Wir fordern nun die Umsetzung Ihrer Versprechen.

Wir Roma leben seit über zehn Jahren in der BRD und haben uns unaufgefordert in die hiesige Gesellschaft integriert, insbesondere die Kinder und Jugendliche empfinden die Bundesrepublik Deutschland als ihre Heimat. Deutsch ist zu ihrer Muttersprache geworden. Die Sprache der Herkunftsländer ihrer Eltern beherrschen sie weder in Wort noch in Schrift. Wir Roma sollen abgeschoben werden in ein Land, das nicht unsere Heimat sein will.

Wir sollen abgeschoben werden in ein vom Krieg zerstörten Land, in dem die Infrastruktur durch 1 Millionen Binnenflüchtlinge vollkommen überlastet ist. Jugoslawien ist nicht in der Lage die abgeschobenen Roma aufzunehmen und zu versorgen. In Jugoslawien werden Roma systematisch verfolgt und gesellschaftlich ausgegrenzt. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Berichte vom UNHCR, Schweizer Flüchtlingsrat, Deutsche Diakonie, Gesellschaft für bedrohte Völker, amnesty international sowie von Rüdiger Sagel (MdL Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Brigitte Darendorf (GGUA).

Seit bereits 7 Monaten kämpfen wir für unser Bleiberecht. Das Land NRW selbst kann einen Abschiebestopp für 6 Monate ohne vorheriger Absprache verhängen.

Wir fordern von der SPD im Hinblick auf die Innenministerkonferenz (IMK) am 5./6. Dezember 2002 uns bei der Durchsetzung unserer Forderungen offensiv zu unterstützen und uns nicht weiter zu vertrösten.

Wir fordern:

1. Die SPD NRW soll Innenminister Behrens auffordern, sich gemeinsam mit dem Berliner Innensenator auf der Innenministerkonferenz für einen sofortigen Abschiebestopp und ein dauerhaftes Bleiberecht für alle Roma einzusetzen.

2. Die SPD NRW soll Innenminister Behrens auffordern, im Falle einer Ablehnung der Forderungen bei der IMKL einen sechsmonatigen Abschiebestopp für alle Roma auszusprechen.

3. Die SPD NRW soll Bundeskanzler Schröder auffordern, sich für realistische Lagebeurteilungen in Jugoslawien durch das Auswärtige Amt einzusetzen.

4. Die SPD NRW soll den im Januar stattfindenden Kongress der zur Lage der von Abschiebung bedrohten Roma ideel und materiell unterstützen.

5. Ein Gespräch mit dem Innenminister Behrens

6. Als Vermittler sollen Herr von Grünenberg und Frau Kortmann zur Verfügung stehen.

Für Rückfragen sind wir erreichbar in der Landesgeschäftsstelle der SPD.

Roma bleiben
in der Landesgeschäftsstelle der SPD
Kavalleriestrasse 16 in Düsseldorf
Tel.: 0211/13622-300
oder 0173/7037330

 





reportage
Rom heißt Mensch
Fotoreportage über die Roma in Düsseldorf, 20 Bilder mit Zitaten.

Fotoreportage: Rom heißt Mensch
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